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ECER – Konferenzempfehlung
Quelle: https://eera-ecer.de/ecer-2019-hamburg/

ECER – Konferenzempfehlung

Die größte europäische Konferenz für erziehungswissenschaftliche Forschung ECER (European Conference on Educational Research) findet im Herbst 2019 an der Universität Hamburg statt.

Unter dem Titel „Education in an era of risk“ liegt der thematische Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Erforschung der gegenwärtigen und zukünftigen Rolle von Bildungssystemen und -institutionen angesichts zunehmend verschärfter globaler Krisen.
Als Keynote-Speaker sind neben Dieter Lenzen (Präsident der Universität Hamburg) u.a. Dirk Van Damme (OECD) und Arjen Wals (UNESCO) angekündigt.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

2.-3. September 2019: Emerging Researchers‘ Conference
3.-6. September 2019: European Conference on Educational Research ECER

Call for Proposals: bis 31.01.19
Anmeldung: 01.04.-01.07.19

Neben Papers können auch Poster, Workshops und Diskussionen eingereicht werden.

Weitere Informationen zur Konferenz:
https://eera-ecer.de/ecer-2019-hamburg/

Auch wir haben einen Beitrag eingereicht und hoffen entsprechend auf der ECER vertreten zu sein.

Forschendes Lernen – eine Zumutung?
Quelle: Pixabay

Forschendes Lernen – eine Zumutung?

Im Rahmen des FideS-Transfer beschäftigen wir uns unter anderem damit, welche Herausforderungen Lehrenden und Koordinierenden im Rahmen von Projekten forschenden Lernens begegnen. Zunehmend tauchen dabei Herausforderungen auf, die offene Fragen bleiben und auf die es möglicherweise gar keine Antworten gibt. So beispielsweise die Frage, ob forschendes Lernen eine vertretbare Zumutung für Studierende ist.

In manchen Projekten werden Überforderungs- und Überlastungssituationen bei den Studierenden beschrieben. So beschweren sich diese über den Arbeitsumfang und die Ansprüche, die an sie gestellt werden, und Lehrende werden von emotionalen Reaktionen überrascht. Die einschlägige Literatur beschreibt ausführlich den Workload und selbst Huber kritisiert die schlechte Vereinbarkeit des forschenden Lernens mit dem durchs Studium gesetzten Rahmen (2009:22ff.). Oft ist zu Projektbeginn nicht einsehbar, wie arbeitsintensiv ein Projekt letztlich wird, vor allem, wenn Forschungserfahrung fehlt. Hinzu kommt die allgemeine Orientierungslosigkeit, die uns vermutlich aus eigenen Forschungsprozessen bekannt ist. Wer kennt es nicht, seitenweise mühsam Verfasstes wieder aus dem Dokument werfen zu müssen, weil es nicht mehr in das Bild passt, das sich während dem Forschungsprozess entwickelt hat? Wer hat noch nicht im Prozess eines Forschungsprojektes die Forschungsfrage gewechselt oder den thematischen Schwerpunkt? Antwort: Studierende, die noch keine Erfahrung mit einem intensiven Forschungsprozess gemacht haben. Und für diese kann ein Projekt forschenden Lernens dann tatsächlich eine Zumutung darstellen.

Was für uns vielleicht mittlerweile zu Forschung dazugehört, dass ein zu stringenter Forschungsprozess gar zu innerer Irritation führt, ist für Studierende natürlich überfordernd und möglicherweise auch unerwartet. Und ja, vielleicht scheitern manche sogar: an ihren eigenen Vorstellungen und Ansprüchen, an der Vereinbarkeit mit ihren sonstigen Lebensanforderungen, an den möglicherweise tatsächlich unrealistischen Vorstellungen der/des Dozierenden.

Jun.-Prof. Dr. Sonja Hofhues beantwortet im FideS-Buch die Frage „Was würdest du einem Kollegen oder einer Kollegin empfehlen, die das Konzept [einer forschungsorientiert konzipierten Vorlesung (Anm. JP)] auch umsetzen möchte?“ mit „Ich bin geneigt, von Mut und Stehvermögen zu sprechen.“ Gerade die Konfrontation mit überforderten (und möglicherweise deswegen sogar wütenden) Studierenden ist nicht leicht und auch für Lehrende überfordernd. Die daraus resultierenden Fragen, bildungsphilosophischer und ethischer Natur, lassen sich auch im Rahmen von FideS-Transfer nicht beantworten. Aber Reflexionen oder gar einen Diskurs darüber anstoßen möglicherweise schon – steckt nicht in dem Wort Zumutung auch eine Menge Mut!

PS.: Mit dem Thema „Forschendes Lernen und Scheitern“ beschäftigt sich auch Jun.-Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs in ihrem Beitrag im FideS-Buch.